„Interkulturelles Zentrum“ – Ort der Begegnung für alle Marburger*innen

Ziel des interkulturellen Begegnungszentrums „Kerner“ ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam zur friedlichen Entwicklung einer vielfältigen Gesellschaft beitragen können. Der Kerner will für unterschiedliche Menschen und Initiativen eine Plattform bieten, sich zu vernetzen, Ideen zu planen und umzusetzen. Für neue Marburger*innen –  z.B. Menschen mit Fluchthintergrund –  kann der Kerner einen Ort darstellen, an dem sie Unterstützungs- und Beratungsangebote finden, die ihnen das Zurechtfinden und Ankommen in Stadt und Umgebung erleichtern. Doch obwohl die Unterstützung der neuen Marburger*innen ein wichtiger Aspekt ist, richten sich die Aktivitäten und Angebote des Kerners gezielt an alle interessierten Marburger Menschen und Initiativen. Im Kerner sollen gelebte Vielfalt, wechselseitiges Lernen, Begegnung und Dialog aller Marburger*innen einen geeigneten Raum finden.    


Bisherige Ideen und Vorschläge stützen sich vor allem auf vier Säulen:  

1. Der Gewölbekeller hat sich bereits jetzt als offener, interkultureller Begegnungs- und Veranstaltungsort etabliert: unter dem Motto „Marburger Gespräche zu Migration und gesellschaftlicher Gestaltung“ finden hier seit 2016 regelmäßig Vorträge und Workshops statt. So fand ein interkulturelles Frauenfrühstück in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe von „Über-den-Tellerrand-kochen“ statt. In weiteren Kooperationen werden Erzähl-Cafés, Begegnungsabende, Podiumsdiskussionen, Lesungen und Vorträge, insbesondere zu den Themen Flucht und Exil, (post)migrantische Gesellschaft und Anti-Rassismus angeboten. Bereits zum zweitem Mal wurde in diesem Jahr ein buntes Programm im Rahmen der ‚Internationalen Wochen gegen Rassismus‘ im Kerner organisiert.
Für die Zukunft ist in Kooperation mit dem Marburger Weltladen zudem ein Café-Betrieb geplant, der insbesondere auch tagsüber einen attraktiven Rahmen für Begegnung und Dialog schaffen soll. Vorbereitungen für den Bauantrag laufen bereits.

2. In den oberen drei Stockwerken sollen nicht-kommerzielle Projektbüros für Initiativen entstehen. Lokale Initiativen, die beispielsweise bislang nicht institutionalisiert sind, über keine geeigneten eigenen Räumlichkeiten verfügen und/oder sich diese nicht leisten können, sollen so die Möglichkeit bekommen, Büro- und Seminarräume, sowie Räume für Gruppengespräche (mit) zu nutzen. Im Kerner wird somit ein geteilter und gemeinsam genutzter Raum entstehen, in dem Projekt- und Büroarbeit, Gruppengespräche, Workshops usw. stattfinden können und innerhalb der Initiativen sowie in Zusammenarbeit mit anderen an der Gestaltung einer vielfältigen und bunten (Marburger) Gesellschaft gearbeitet werden kann. Somit sollen unter anderem auch Austausch und Vernetzung der Gruppen untereinander, sowie die Teilhabechancen kleinerer (migrantischer) Initiativen verbessert werden.

3. Workshop-Räume sowie offene Büros sollen insbesondere auch Initiativen der Asyl- und Integrationsberatung und -begleitung zur Verfügung gestellt werden, um die Beratung und Unterstützung für Menschen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund an einem zentralen Ort in Marburg möglichst niedrigschwellig zugänglich zu machen. Dabei soll keineswegs eine Konkurrenz zu bereits bestehenden Strukturen aufgebaut werden. Vielmehr werden zusammen mit den Marburger Akteuren und Einrichtungen Möglichkeiten der Kooperation, Ergänzung und Zentralisierung des Angebots besprochen. So ist beispielsweise der Verein „Asylbegleitung Mittelhessen e.V.“ von Beginn an aktiv im „Netzwerk Kerner“ an der Entwicklung der Idee des interkulturellen Begegnungszentrums beteiligt. Und mit Vertreter*innen des Portal Mauerstraße, werden derzeit Möglichkeiten ausgelotet, wie das Raumangebot des Portals z.B. für Gruppentreffen aus dem Kreis der Geflüchteten über die Nutzung des Gewölbekellers im Kerner erweitert werden kann.

4. Auch wird darüber nachgedacht, den Kerner als Ort der Politischen Repräsentation für Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund zu etablieren. So äußerte der Ausländerbereit der Stadt Marburg beispielsweise Interesse an Büroräumen im Kerner. Migrant*innen, Asylbewerber*innen, Geduldete, Flüchtlinge oder subsidiär Geschützte leben zwar häufig über viele Jahre in Deutschland, nicht selten unter großer materieller und rechtlicher Unsicherheit, haben aber keine Möglichkeiten, sich über institutionalisierte Verfahren wie Wahlen an der politischen Willensbildung zu beteiligen. Gleichzeitig wird an sie oft der Anspruch herangetragen, sich möglichst schnell an die „Mehrheitsgesellschaft“ anzupassen und sich zu „integrieren“. Der Kerner könnte ein Ort sein, der der Bündelung, Sichtbarmachung und Repräsentation der Interessen der Menschen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund dient und gleichzeitig die wechselseitige Akzeptanz zwischen "alten" und "neuen" Marburger*innen fördert.   

 

Über die oben genannten Aktivitäten und dem Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure im Kerner wird die Vernetzung zwischen hauptamtlich Tätigen, ehrenamtlichen Initiativen und engagierten Marburger*innen, die das Ziel einer friedlichen, vielfältigen Stadtgesellschaft teilen, unterstützt.   

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