Aktuelles aus dem Kerner


Offener Brief: Relocation jetzt - gerade wegen Corona!

In einem offenen Brief an lokale Vertreter*innen in Bundestag, Landtag und Europaparlament fordern wir zusammen mit der Initiative "200 nach Marburg" und der "Seebrücke Marburg" die Relocation von Geflüchteten aus den griechischen Lagern - nicht trotz sondern gerade wegen der drohenden Katastrophe durch Corona!

Der offene Brief im Wortlaut (auch hier als pdf):

OFFENER BRIEF

Marburg, 11.04.2020

Betreff: Relocation jetzt – gerade wegen Corona

                                    
Sehr geehrte Damen und Herren,


das Leid der Geflüchteten an den Südgrenzen Europas geht weiter – und wird sich durch die sicher zu erwartende Ausbreitung der Corona-Pandemie auf die Flüchtlingslager weiter dramatisch verschärfen.

Das Schicksal dieser Menschen darf nicht gegen politische Interessen ausgespielt oder durch die Auswirkungen der Pandemie im eigenen Land übertönt werden. Wir als zivilgesellschaftliche Initiativen fordern Sie als unsere politischen Vertreterinnen und Vertreter auf, sich für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen und die Geflüchteten aus den griechischen Lagern sofort zu evakuieren! Die Aufnahme von 50 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten ist tatsächlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Rund 40.000 Migrant*innen und Geflüchtete befinden sich aktuell auf den griechischen Ägäis-Inseln: in überfüllten Flüchtlingscamps und unter menschenunwürdigen hygienischen Bedingungen.

Es droht eine humanitäre Katastrophe!

Wir dürfen die Menschen an den europäischen Außengrenzen in Zeiten der Krise nicht zurück lassen. Auch am letzten Sonntag fanden in zahlreichen Städten Protestaktionen unter dem Motto #leavenoonebehind statt, bei denen viele  Menschen, unter Beachtung aller Maßnahmen zum Infektionsschutz, ihre Kritik der Verhältnisse an den europäischen Außengrenzen und ihre Forderungen an die Verantwortlichen ausgedrückt haben.

Marburg und die zuständigen politischen Gremien haben wiederholt öffentlich erklärt, dass sie bereit sind, Geflüchtete aus den Lagern aufzunehmen. Ähnliche Erklärungen gibt es aus anderen Gemeinden in Hessen, wie z.B. aus Darmstadt, Wiesbaden oder Kassel und bundesweit aus Potsdam oder Berlin. Mehr als 140 aufnahmebereite Kommunen haben sich zu sicheren Häfen erklärt und sagen: Wir haben Platz!

Die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker in Hessen, in Deutschland und in Europa haben dies bislang mit erklärter Unzuständigkeit – die Landesregierung schiebt die Verantwortung auf die Bundesregierung und die auf Europa – und fadenscheinigen bürokratischen Argumenten verhindert. Politikerinnen und Politiker tragen damit wesentlich dazu bei, dass Menschen weiterhin an den Südgrenzen Europas unter unwürdigen Bedingungen leben müssen – wegen ihrer großen Zahl auch mit einer erheblichen Belastung für die einheimische Bevölkerung. Es besteht jetzt die Gefahr, dass die Corona-Pandemie das Elend der Menschen in den Lagern ins Unvorstellbare verschlimmert und sehr viele Menschen sterben werden.

Natürlich hören wir auch das Argument, dass die Umsetzung der Relocation-Initiative gerade jetzt wegen der Corona-Pandemie nicht möglich sei. Vor der Pandemie wäre es leichter gewesen, das ist richtig. Aber gerade jetzt, wo sich die Situation für die Geflüchteten so verschärft, können die politischen Versäumnisse der Vergangenheit nicht die Rechtfertigung dafür sein, auch jetzt nichts zu tun. In der aktuellen Lage müssten die Menschen nach ihrer Ankunft in Marburg und in anderen Städten vermutlich zunächst in Quarantäne gehen. Eine mögliche Quarantäneunterbringung könnte, unter Erfüllung gebotener hygienischer Maßnahmen, leicht etwa in leerstehenden Tagungs- und Fortbildungseinrichtungen und Hotels erfolgen.

Es geht darum, Menschenleben zu retten!

Wir fordern die Umsetzung der Relocation-Initiative nach Marburg und in die anderen beteiligten Städte jetzt. Die Versäumnisse der Vergangenheit können nicht das Argument sein, auch jetzt nichts zu tun.


Mit freundlichen Grüßen,
Lydia Koblofsky

für das „Interkulturelle Begegnungszentrum Kerner“ aus Marburg, die Relocation-Initiative “200 nach Marburg” und die Seebrücke Marburg

Mitzeichner*innen:

  • agent21Zukunftswerkstatt
  • Ausländerbeirat der Universitätsstadt Marburg
  • Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf, Geschäftsführung und Fachbereich "Flucht und Migration"
  • Extinction Rebellion Marburg
  • Initiative Afghanisches Hilfswerk e.V.
  • Kulturhorizonte e.V.

Antworten und Nichtantworten

Bislang haben nur fünf der angeschriebenen Politiker*innen auf den Offenen Brief reagiert:

  • Sören Bartol (SPD), Bundestagsabgeordneter des Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, MdL
  • Elisabeth Kula (DIE LINKE), Landtagsabgeordnete des Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • Angelika Löber (SPD), Landtagsabgeordnete des Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • Jan Schalauske (DIE LINKE), Landtagsabgeordneter des Landkreis Marburg-Biedenkopf

Die Antworten könnt Ihr beim Klick auf die Personennamen nachlesen.

Bundestagsabgeordneter des Landkreis Marburg-Biedenkopf: Sören Bartol (SPD)
Antwort vom 14. April 2020

„Sehr geehrte Frau Koblofsky,
Sehr geehrtes Interkulturelles Begegnungszentrum Kerner,
Sehr geehrte „200 nach Marburg“-Gruppe,
Sehr geehrte Seebrücke Marburg,

vielen Dank für Ihren gemeinsamen offenen Brief. Sie haben Recht: eine humanitäre Krise in den Lagern für Geflüchtete auf den griechischen Inseln steht kurz bevor. Die Lager sind für eine geringere Zahl von Menschen ausgelegt, die hygienischen Bedingungen sind erschreckend und der Corona-Virus wird auf lang oder kurz auch keinen Bogen um diese Camps machen.

Ich habe bereits Anfang März einen Brief an den Bundesinnenminister Horst Seehofer geschrieben, nachdem die Terre des Hommes-Gruppe Marburg sich an mich gewandt hatte. In dem Brief habe ich den Innenminister auf die Initiative Marburgs aufmerksam gemacht und ihn gebeten, Marburg als Sicherem Hafen unbegleitete minderjährige Geflüchtete zuzuweisen.
In einem Antwortbrief aus dem Innenministerium hat der zuständige Staatssekretär allerdings darauf hingewiesen, dass Deutschland erst Geflüchtete aufnehmen könne, wenn die Situation an der griechisch-türkischen Grenze geordnet sei und eine europäische Lösung vorliege.

Daher bin ich froh, dass sich die SPD in der Großen Koalition vorerst durchsetzen konnte und in dieser Woche die ersten 50 Kinder von den griechischen Inseln nach Deutschland geholt werden.

Ja, Sie haben Recht - 50 Kinder sind mit Blick auf die große Zahl an Hilfsbedürftigen auf den griechischen Inseln ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich persönlich, aber gerade auch unsere Fachpolitiker*innen in der Bundestagsfraktion werden den Druck erhöhen, um die Aufnahme weiterer Schutzbedürftiger nun zeitnah durchzusetzen.

Ich bin sehr froh, dass die Universitätsstadt Marburg als Vorbild voran geht und innerhalb des Bündnisses der „Städte Sicherer Häfen“ so engagiert mitarbeitet. Auch die vielen ehrenamtlichen Initiativen in Marburg, die sich für Geflüchtete einsetzen, zeigen das überdurchschnittliche Engagement der Marburger Zivilgesellschaft.

Bitte lassen Sie uns den Druck auf den unterschiedlichen Ebenen, auf denen wir agieren, hochhalten - ich werde es tun.

Mit freundlichen Grüßen und bleiben Sie gesund.

Sören Bartol“

 

Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, MdL: Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen)
Antwort vom 06.05.2020

Die Antwort von Angela Dorn ist hier nachzulesen.

Landtagsabgeordnete des Landkreis Marburg-Biedenkopf: Elisabeth Kula (Die LINKE)
Antwort vom 14. April 2020

"Vielen Dank für die wichtige Initiative aus Marburg! Wir als LINKE. Im Hessischen Landtag unterstützen eure Forderungen und setzen uns vehement für ein Landesaufnahmeprogramm und für viele weitere sichere Häfen in Hessen und ganz Deutschland ein."

 

Landtagsabgeordnete des Landkreis Marburg-Biedenkopf: Angelika Löber (SPD)
Antwort vom 20. April 2020

„Sehr geehrte Frau Koblofsky,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 11. April 2020.

Dies betreffend habe ich am 9. April 2020 der Seebrücke Marburg eine Antwort zukommen lassen, welche Sie untenstehend finden. Im Sinne der flüchtenden Menschen würde ich es mir wünschen, dass die Landesregierung ihrer Ankündigung im Koalitionsvertrag bald nachkommen wird.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Löber
Mitglied des Hessischen Landtags

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Löber, Angelika (HLT)
Gesendet: Donnerstag, 9. April 2020 12:04
An: marburg@seebruecke.org
Betreff: Umsetzung des Landesaufnahmeprogramms

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Nachrichten betreffend die Umsetzung des Landesaufnahmeprogramms.

Die Situation für die große Anzahl flüchtender Menschen ist eine gravierende, sei es zwischen der Türkei und Griechenland oder in Libyen. Aus diesem Grund verstehe ich Ihr Anliegen sehr gut und befürworte es, dass eine adäquate Lösung gefunden wird.

Leider befindet sich die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag in der Opposition, weswegen der Handlungsspielraum für mich sehr begrenzt ist.

Die schwarz-grüne Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, dass ein Landesaufnahmeprogramm für eine Gruppe Schutzsuchender mit hoher Vulnerabilität auferlegt werden soll. Nach der Landesregierung sollen mehr Flüchtlinge in Hessen aufgenommen werden, als es nach der üblichen Verteilung sein müsste. Aktuell laufen Gespräche darüber, welche Gruppe von Flüchtlingen berücksichtigt werden soll. Die Landesregierung möchte prüfen, ob unter anderem auch Seenotgerettete aufgenommen werden können. Laut dem flüchtlingspolitischen Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bedürfe es allerdings einer ordentlichen und umfassenden Prüfung, damit am Ende ein rechtssicheres Programm zustande komme. Diese Prüfung gilt es abzuwarten.

Im Sinne der flüchtenden Menschen würde ich es mir wünschen, dass die Landesregierung ihrer Ankündigung im Koalitionsvertrag bald nachkommen wird. Auch die Bundesregierung und alle EU-Mitgliedstaaten sollten ihrer Verantwortung gerecht werden. Die von Seiten der Bundesregierung geplante Aufnahme unbegleiteter Kinder aus Griechenland ist ein guter Anfang.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Löber“

 

Landtagsabgeordneter: Jan Schalauske (DIE LINKE)
Antwort vom 25.04.2020

Liebe Frau Koblofsky, liebe Menschen vom Interkulturellen Begegnungszentrum Kerner, liebe Mitstreiter*innen von „200 nach Marburg“, liebe Seebrücke Marburg,

vielen Dank für Ihren und Euren unermüdlichen Einsatz für Geflüchtete im Allgemeinen und Ihr und Euer aktuelles Engagement mit Blick auf die Corona-Pandemie und ihre dramatischen Folgen für Menschen in den Flüchtlingslagern im Süden Europas. Ihre und Eure Forderung, die Geflüchteten aus den griechischen Lagern sofort zu evakuieren, teile ich voll und ganz! Die Corona-Pandemie droht die humanitäre Krise in den Lagern in eine gefährliche humanitäre Katastrophe zu verwandeln. Auch die Einschätzung, dass die Aufnahme von 50 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten tatsächlich nicht viel mehr ist als ein Tropfen auf den heißen Stein, teile ich voll und ganz.

Bereits seit vielen Jahren sitzen viele tausend Menschen in den Lagern in Griechenland und Libyen unter menschenunwürdigen Bedingungen fest. Andere sterben tagtäglich im Mittelmeer bei dem Versuch nach Europa zu gelangen. Während verantwortliche Politiker in Europa von Humanität, Menschenrechten und Demokratie reden, werden diese Werte an den Außengrenzen der Europäischen Union mit Füßen getreten. Dieser Zustand ist unerträglich.

Es ist zivilen und staatlichen Seenotrettungseinsätzen zu verdanken, dass viele Zehntausende Menschen aus Seenot gerettet und in einen europäischen Hafen gebracht werden konnten. In Deutschland setzen sich wie Sie und Ihr unzählige Menschen für die Aufnahme und die Rechte Geflüchteter ein. Dieses Engagement gilt es zu unterstützen. Mehrere Städte und Gemeinden haben ihre Aufnahmebereitschaft signalisiert und sich als Teil der „Seebrücke-Bewegung“ zum „Sicheren Hafen“ erklärt, unter ihnen in Hessen: Marburg, Wiesbaden und Kassel.

Es ist endlich an der Zeit, dass die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien diese Stimmen ernst nehmen und mehr Menschen in Not aufnehmen und die Flüchtlinge aus den Lagern an den Außengrenzen der EU solidarisch in Europa verteilt werden. Deutschland als eines der reichsten Länder kommt dabei eine große Verantwortung zu, Menschen aus den Südländern Europas aufzunehmen. Diese Verantwortung erwächst u.a. auch aus den Austeritätsprogrammen mit denen die deutsche Regierung Länder wie Griechenland zu Kürzungsdiktaten gezwungen hat.

Ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass die Delegation der Verantwortung von Regierenden und sie tragenden Parteien immer auf eine jeweilig andere Ebene (vom Land zum Bund, von dort zur EU und wieder zurück) mit Blick auf die humanitäre Krise schwer erträglich ist. Deshalb bleibe ich auf einer Ebene für die ich gewählt bin: Das Land Hessen, dass meiner Meinung nach seinen Beitrag dazu leisten muss, an dieser Situation etwas zu ändern. Unsere Fraktion hat im Mai letzten Jahres die Landesregierung aufgefordert, ein Aufnahmeprogramm nach § 23 Abs. 1 AufenthG – wie im schwarzgrünen Koalitionsvertrag angekündigt – anzuordnen: zur Aufnahme der geretteten Menschen in Hessen. In diesem Antrag haben wir auch gefordert neue gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die Kommunen die freiwillige Aufnahme von Geflüchteten ermöglichen soll. Im Februar 2020 haben wir beantragt, im Landeshaushalt für ein Aufnahmeprogramm notwendige Mittel zu veranschlagen. Beides wurde von den Mehrheitsfraktionen aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt. Ich habe Ihnen und Euch beide Anträge diesem Schreiben beigelegt.

Die Verzögerung eines Landeaufnahmeprogramms durch CDU und Bündnis 90/Die Grünen ist für die Menschen in Not fatal. Umso wichtiger, dass wegen aber auch unabhängig von der Corona-Pandemie weiter aus der Zivilgesellschaft Druck gemacht wird. Die kreativen Aktionen der #leavenoonebehind-Kampagne unter Beachtung aller Maßnahmen zum Infektionsschutz waren dazu ein wichtiger Beitrag.

Sie können sich darauf verlassen, dass die Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und ich als Person uns weiter nach Kräften für die sofortige Umsetzung eines Landesaufnahmeprogramms ebenso einsetzen werden wie dafür, dass Kommunen freiwillig Menschen auf der Flucht aufnehmen können, etwa aus den Lagern an den Außengrenzen der Europäischen Union.

Falls Sie Ideen und Überlegungen haben, wie wir gemeinsam der Forderung mehr Nachdruck verleihen können, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

Freundliche Grüße,
Jan Schalauske

 

Keine Antworten auf unseren Brief erhielten wir von:

 

Landtagsabgeordnete:

Dr. Horst Falk (CDU)

Dirk Bamberger (CDU)

Karl-Hermann Bolldorf (AfD)

 

Abgeordnete des Europaparlaments (aus Hessen):

Dr. Udo Bullmann (SPD)

Nicola Beer (FDP)

Engin Eroglu (Freie Wähler)

Michael Gahler (CDU)

Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen)

Sven Simon (CDU)

Christine Anderson (AFD)

 

Kerner zeichnet den Appell "#MenschenWürdeSchützen - Solidarität geht über Grenzen"

Nach aktuellen Schätzungen des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) benötigen derzeit mehr als 1,4 Millionen besonders verletzliche Flüchtlinge dringend einen dauerhaften Aufnahmestaat. In Libyen, dem Libanon und anderen Staaten, in denen sie sich unter verheerenden Bedingungen in Lagern aufhalten müssen, sind ihr Leben, ihre Freiheit, ihre Sicherheit und ihre Gesundheit in konkreter Gefahr.

  • Vielen der etwa 1 Million Flüchtlinge, die sich im Libanon aufhalten, droht die Vertreibung aus Flüchtlingslagern.
  • Viele Flüchtlinge, die sich in Libyen aufhalten, sind dort Ausbeutung, Gewalt und Folter ausgesetzt. Tausende Flüchtlinge wurden aus Libyen in den Niger und nach Ruanda transferiert und warten dort auf einen Resettlement-Platz in anderen Ländern.
  • In Kenia leben fast 500.000 Flüchtlinge aus verschiedenen ostafrikanischen Konfliktgebieten wie Somalia, Südsudan, aber auch Kongo, Sudan, Ruanda, Eritrea, Burundi, Uganda; etwa 400.000 leben in zwei großen Flüchtlingslagern.

Menschen in extremer Not könnte durch die dauerhafte Neuansiedlung in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat geholfen werden, der ihnen den vollen und effektiven Flüchtlingsschutz gewährt und die Möglichkeit bietet, sich im Land zu integrieren. Der Vorteil solcher sogenannter „Resettlement-Programme“ liegt auf der Hand: Um der Not zu entkommen, müssten die Menschen sich nicht unter Lebensgefahr in die Hände krimineller Schlepper und Schleuser begeben oder auf eigene Faust versuchen, Schutz zu finden. Sichere und legale Zugangswege retten Leben!

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen richtet sich deshalb mit 143 weiteren hessischen und bundesweiten Organisationen - darunter das Interkulturelle Begegnungszentrum Kerner in Marburg - mit dem Appell #MenschenWürdeSchützen an die Landesregierung: Lassen Sie Worten Taten folgen. Schaffen Sie ein Landesaufnahmeprogramm für Flüchtlinge in Not.
Auch die Oberbürgermeister von Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg, Wiesbaden und die Landräte der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie weitere kommunal Verantwortliche haben den Appell unterschrieben.

Den vollständigen Appell findet Ihr hier.

Den Hintergrund zur gemeinsamen Forderung könnt Ihr hier nachlesen.

Förderverein gegründet

                                             

Am 13. August 2019 wurde im Rahmen einer feierlichen Gründungsversammlung im Kerner der „Förderverein Interkulturelles Begegnungszentrum Kerner“ gegründet. Aufgabe des Vereins ist es, die Arbeit des Begegnungszentrums finanziell und ideell zu unterstützen, u.a. durch das Einwerben von Spenden und regelmäßige Mitgliedsbeiträge.
Der Verein wurde mittlerweile beim Amtsgericht ins Vereinsregister eingetragen, außerdem wurde vom Finanzamt für Körperschaften die Anerkennung als „gemeinnützig“ gewährt.

In den Vorstand gewählt wurden:  

Christoph Irgang, Vorsitzender
Lydia Koblofsky, stellv. Vorsitzende       
Katrin Völker, stellv. Vorsitzende
Michael Bolze, Schriftführer

Anstehende Veranstaltungen im Kerner:

 

Neue Veranstaltungsreihe
Kerner's Corner auf dem Lutherischen Kirchhof: Raum für demokratische und solidarische Corona-Kritik
14-tägig, Start: 7. Juni 2020 um 11 Uhr 
 

Von der Corona-Krise mit dem wochenlangen sozialen und ökonomischen Shutdown, den Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen sind nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen betroffen. Soziale Ungleichheiten verschärfen sich und die Krise bringt die Defizite des kapitalistischen Systems ans Licht.
 

Wir sagen: Kritik und gesellschaftlicher Austausch über die Corona-Krise, ihre Folgen, über politische Handlungsstrategien und die strukturellen Probleme, die nun noch stärker ans Licht befördert werden, sind wichtig für eine lebendige Demokratie und sozialen Zusammenhalt. Gleichzeitig müssen wir uns für Minderheiten und besonders benachteiligte Gruppen einsetzen. Dafür braucht es geeignete Räume, in denen Debatten geführt und Öffentlichkeiten hergestellt werden können. Die Kerner's Corner (in Anlehnung an die Speakers' Corners in London) auf dem Lutherischen Krichhof wird ein solcher Raum sein.
 

Was?

Interaktivität und Speakers‘ Corner: Individuelle Redebeiträge von allen Menschen, die sich spontan zum Thema äußern möchten.
Dazu: eine moderierte Diskussion mit Fragen, Statements, Antworten aus dem restlichen Publikum

Offene Themen: Die Teilnehmer*innen entscheiden über die Themen der weiteren Kerner's Corners

Das erste Leitthema, das wir diskutieren wollen, befasst sich mit
„Umgang mit der Corona-Krise im Raum Marburg: Was läuft gut? Was könnte besser sein?“

Die Themenfindung für die kommenden Veranstaltungen ist den Teilnehmer*innen überlassen: Auf der ersten Kerner's Corner steht eine Pinnwand bereit, auf der ihr eure Themenvorschläge für die kommenden Veranstaltungen ankleben könnt. Themenvorschläge für weitere Diskussionen können auch per Email eingereicht werden an kerner.marburg@ekkw.de

Für Diskutant*innen und Zuhörer*innen auf dem Kirchhof gilt: Die Abstandsregeln sind einzuhalten.

Wann?

Die erste Speakers‘ Corner findet am Sonntag, den 7. Juni um 11 Uhr auf dem Lutherischen Kirchhof statt (Folgeveranstaltungen sind geplant für den 21. Juni und den 5. Juli, jeweils 11 Uhr).

Demokratischer Grundsatz der Kerner‘s Corners:
Kritik und Debatten müssen auf einem demokratischen Fundament stehen. Alle Redner*innen auf der Kerner’s Corner verpflichten sich deshalb zum Gleichwertigkeitsprinzip, d.h. sie verstehen alle Menschen als gleichwertig. Kritik, die auf der Basis von Ungleichwertigkeitsvorstellungen wie Rassismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Sexismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit operiert, hat in der Speakers‘ Corner keinen Platz. Entschieden distanzieren wir uns von nationalpopulistischer, verschwörungstheoretischer oder rechtsextremer Vereinnahmung.


Internationale Wochen gegen Rassismus 2020

Aufgrund der aktuellen Situation mussten alle für die Monate März bis Mai geplanten Präsenzveranstaltungen leider entfallen. Wir werden, sobald die wieder möglich ist, mit den Veranstalter*innen mögliche Ausweichtermine abstimmen. Außerdem überlgen wir uns zusammen, ob zumindest ein Teil der Veranstaltungen oder bestimmte Inhalte daraus digital veröffentlicht werden können (Vortragsskripte, Tonspuren, Bilder, etc.). Weitere Infos hierzu folgen.

#LeaveNoOneBehind

Wer trotzdem ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Rassismus und für Solidarität gerade mit jenen setzen will, die derzeit völlig aus dem Blickfeld verschwinden, sei auf folgenden Aufruf der Seebrücke, dem Netzwerk gegen Abschiebung sowie zahlreicher weiterer Organisationen verwiesen:

Liebe solidarische Menschen,

anlässlich der internationalen Woche gegen Rassismus rufen unterschiedliche Organisationen dazu auf, gerade jetzt
Solidarität mit Geflüchteten auf den griechischen Inseln, an der
EU-Außengrenze und auch in großen Lagern in Deutschland zu zeigen. Da
der eigentlich geplante Aktionstag aufgrund der aktuellen Situation
nicht stattfinden kann, gilt es kreativ zu werden und neue Protestformen
auszuprobieren, hier ein paar Vorschläge:

Malt Transpis und Plakate, die ihr an eure Fenster, Balkone und Hausfassaden hängt.

Macht Fotos und teilt sie über eure Social Media-Kanäle mit den Hashtags #Grenzentöten und #LeaveNoOneBehind

Wenn ihr kein Twitter o.ä. habt, könnt ihr uns eure Fotos auch schicken und wir teilen sie für euch: marburg@seebrücke.org oder
gegen-abschiebung-mr@riseup.net

Unterschreibt die Petition:
https://www.change.org/p/alle-menschen-leavenoonebehind-jetzt-die-corona-katastrophe-verhindern-auch-an-den-au%C3%9Fengrenzen

Hängt Plakate in der Stadt auf! Vorlagen gibt es hier: https://drive.google.com/drive/folders/1CPUh9rGx3Eb_3Gzyt3E8Hb3MqCw3ReaF?usp=sharing

Teilt online Berichte über die Situation in Flüchtlingslagern an den EU-Außengrenzen und im Inland.

Schreibt E-Mails an Europa- und Bundestagsabgeordnete oder direkt an Merkel und Von-der Leyen oder spammt sie auf Twitter etc. zu.

Leitet diese Info weiter!

Seid kreativ und überlegt euch eigene Aktionen!

Mehr Ideen, E-Mailvorlagen etc. findet ihr auf der Seite der Seebrücke:

https://seebruecke.org/aktionsideen/

 

Bücherliste

Auch die Stadtbücherei Marburg greift die Internationalen Wochen gegen Rassismus in einer aktuellen Aktion auf:

„Gesicht zeigen – Stimme erheben“

Das diesjährige Motto der Internationalen Wochen gegen Rassismus nimmt die Stadtbücherei Marburg zum Anlass, eine Auswahl aus ihrem Bestand zu Themen wie Rassismus, Migration, Flucht, zivilgesellschaftliches Engagement und Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft zugänglich zu machen.
Die Auswahl der Medien ist dabei genau wie die des Themas bewusst breit gefasst, um neben Titeln mit aktuellen auch solche mit historischen Bezügen anbieten zu können. Eine große Anzahl von Sachbüchern, Romanen, Bilderbüchern, Kinder- und Jugendbüchern sowie Hörbüchern und Filmen stehen zur Verfügung.
Da wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen die geplante Ausstellung der Medien entfallen muss, finden Interessierte eine Liste wichtiger Titel unter folgendem Link:

https://sb-marburg.lmscloud.net/cgi-bin/koha/opac-shelves.pl?op=view&shelfnumber=5&sortfield=title

An dieser Stelle können Sie sofort ersehen, ob von Ihnen gewünschte Titel aktuell vorhanden oder bereits ausgeliehen sind.

Vergangene Veranstaltungen im Kerner (Auswahl):

 

Vorbote der IWGR 2020: Schwarzer Feminismus: Lesung und Filmvorführung mit Natasha A. Kelly am 9. und 10. Januar in Marburg (Historischer Rathaussaal und Capitol).


Am 9. Januar 2020 um 19 Uhr las Natasha A. Kelly im Historischen Rathaussaal aus ihrem Buch „Schwarzer Feminismus“. Dabei zeigte sie, mit welchen besonderen Herausforderungen Schwarze Frauen* im Globalen Norden aufgrund von Mehrfachdiskriminierungen konfrontiert sind und was wir aus den Schwarzen feministischen Debatten der vergangenen Jahrzehnte lernen können.
Am 10. Januar um 18 Uhr präsentierte das Capitol Kellys Film „Millis Erwachen“. Im Film kommen Schwarze Kunstschaffende zu Wort, die in und durch ihre Arbeit gängige kolonialtradierte Stereotype überwunden und eine selbstbestimmte Identität innerhalb der weißen Mehrheitsgesellschaft ausgeformt haben. Im Anschluss gab es Gelegenheit zum Gespräch mit der Filmemacherin.
 
Dr. phil. Natasha A. Kelly ist freie Autorin, Kuratorin und Wissenschaftlerin. In ihren Arbeiten verbindet sie Theorie und Praxis und schafft es damit, Transferleistungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik herzustellen. Zudem ist sie seit vielen Jahren in der Schwarzen deutschen Community engagiert.

 

1. September, 15-18 Uhr, Lutherischer Kirchhof/Lutherische Pfarrkirche: 3. Marburger Friedensforum - Abrüsten statt Aufrüsten, Sicherheit neu denken 

Krieg, Armut, Verzweiflung, Flucht - die Politik braucht Nachhilfe! Der Kampf um Ressourcen, Militäreinsätze und Rüstungsgeschäfte steht dem Frieden im Weg. Noch mehr Geld für die Rüstung und Militäreinsätze? Nein - eine aktive Friedenspolitik ist nötiger denn je! Vertrauensbasierte zivile Sicherheitspolitik statt Streben nach militärischer Überlegenheit.

Am 1. September 2019, 80 Jahre nach dem Überfall der Nazi-Wehrmacht auf Polen, gab es rund um die Lutherische Pfarrkirche in Marburg ein Forum für alle friedensbewegten Menschen, die die derzeitige Politik nicht hinnehmen wollen.

Dazu gehörten: ein Markt der Möglichkeiten, Musik mit Robert Overbeck, eine Podiumsdiskussion mit Stefan Maaß (ev. Kirche Baden, Co-Autor von "Sicherheit neu denken"), Kultur, Kaffee und Kuchen, Kaltgetränke und kirchlicherseits frisch gezapftes Bier.

Zum Flyer geht's hier.

 

13. Juli 2019, ab 16 Uhr: "Interkulturelles Begegnungsfest" auf dem Kirchhof vor dem Kerner

Am Samstag, den 13.07.2019 fand zum zweiten Mal das Interkulturelle Begegnungsfest auf dem Kirchhof der Lutherischen Pfarrkirche statt. 

"Gemeinsam feiern, reden, informieren" - unter diesem Motto könnten Vereine, Initiativen und Gruppen sich und ihre Arbeit vorstellen, sich austauschen, miteinander ins Gespräch kommen.

 

13. Juni 2019, 19 Uhr im Kerner: "Leerstelle Rassismus? Analysen nach dem NSU - Inputs und Diskussion - Eintritt frei

Rassismus wird oft von Menschen, die nicht betroffen sind, ausgeblendet. Der Umgang mit den rassistischen Gewalttaten des NSU ist ein Lehrstück dafür. Obwohl die Betroffenen des NSU mehrfach auf die möglichen rechtsextremen Motive der Taten hingewiesen haben, fand diese Perspektive keinen Eingang: weder in die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden, noch in die Berichterstattung der Medien und folglich auch nicht in die öffentliche Wahrnehmung. An diesem Abend ist der NSU Ausgangspunkt für die Fragen, warum Rassismus oftmals nicht wahrgenommen wird und was dazu beitragen kann, die Sensibilität für Rassismus zu stärken.

Referentinnen: Tina Dürr, Wiss. Mitarbeiterin im Demokratiezentrum Hessen, Marburg, Herausgeberin des Sammelbands „Leerstelle Rassismus? Analysen und Handlungsmöglichkeiten nach dem NSU“ (2019), 
Matti Traußneck, Wiss. Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft, Kollektivistin des Intersektionalen Black_PoC feministischen Archivs Marburg

Moderation: Eva Georg, Beraterin im Beratungsnetzwerk Hessen

Veranstalter: "misch mit!" Miteinander Vielfalt (er)leben & Beratungsnetzwerk Hessen

Die Veranstaltung ist Teil 1 der Veranstaltungsreihe "Nach dem NSU. Rassismus in der Gesellschaft". 

Am 17. Juni um 19 Uhr findet im KFZ Teil 2 statt: "Die NSU Monologe. Dokumentarisches Theater". 

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe gibt's hier

 

 

29. Juni 2019, 10 - 18 Uhr  (Alternativ 20., 21., 22., 23., oder 30. Juni): Kompetenztraining zur Bewältigung von Diskriminierung (KOBEDI) - Achtung: Die Veranstaltung findet in der Gutenbergstraße statt! Eintritt frei. 

Wie wir uns im Alltag für Diversität und gegen Diskriminierung positionieren, können wir bei diesem Ganztagstraining im Workshop-Format gemeinsam praktisch trainieren. Der Workshop richtet sich an alle Menschen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und üben wollen, wie sie Diskriminierung erkennen, deeskalierend und humorvoll reagieren, sich positionieren, gelassen bleiben, mental mit erlebter Diskriminierung zurechtkommen sowie bei Eskalationen trotzdem deeskalieren und Zivilcourage zeigen können.

Details sowie einen Überblick zum Ablauf finden Sie unter uni-marburg.de/eMZyN

Weitere Termine sind werktags und an Wochenenden möglich. Sobald genügend Anmeldungen vorliegen, erhalten Sie Ihre Anmeldungsbestätigung, organisatorische Infos und Links zu Online-Fragebögen, um das Training zu evaluieren.

Anmeldung per Email an kobedi@remove-this.uni-marburg.de 

Veranstalter: 
Orgun Özcan
kobedi@uni-marburg.de
+49 (0)6421 28-23625
uni-marburg.de/UZz9k

 

Internationale Wochen gegen Rassismus in Marburg (März - Mai 2019)

Mitte März finden jedes Jahr an vielen Orten der Welt die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Auch Marburg beteiligte sich 2019 wieder mit vielen Veranstaltungen an diesen so wichtigen Wochen - um Zeichen zu setzen, um das Bewusstsein auch für verborgene Formen von Rassismus zu schärfen, um die Vision einer antirassistischen Gesellschaft voranzubringen. Die Veranstaltungsformate reichten von Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen über Workshops, Mal- und Wimpelaktionen sowie interaktive Lesungen.

Die Veranstaltungsreihe wurde vom Interkulturellen Begegnungszentrum Kerner in Zusammenarbeit mit zahlreichen Marburger Kooperationspartner*innen organisiert. Darunter die WIR-Koordinator*innen und die Bürger*innenbeteiligung der Stadt Marburg, der Ausländerbeirat der Stadt Marburg, das Kreisjugendparlament Marburg-Biedenkopf, die Ehrenamtskoordination der EAE Neustadt, Pulse of Europe, die Forumtheatergruppe Marburg, die MR-Verlagsgesellschaft, KOBEDI, der Verein zur Integration der Afghanischen Geflüchteten, Globale Mittelhessen sowie die Fachschaft Friedens- und Konfliktforschung der Philipps Universität.

Die Eröffnung fand am 8. März vor dem Erwin-Piscator-Haus im Rahmen des Internationalen Frauentages statt. In Marburg dauerte die Veranstaltungsreihe dieses Jahr bis Mitte Mai. Das Programm zum Nachlesen gibt's hier.

 

 

 

 

22. November, 18.30 Uhr im Kerner, Lutherischer Kirchhof: "6. Konzept-Workshop"

Wir wollen mit mit allen Interessierten, gegenwärtigen und zukünftigen Kerner-Nutzer*innen neue Planungen und Entwicklungen rund um das "Interkulturelle Begegnungszentrum Kerner" besprechen. 

Die Veranstaltung wird circa zwei Stunden dauern. Nach dem offiziellen Teil freuen wir uns darauf mit allen, die Lust und Zeit haben, den Abend bei einem Bier oder antialkoholischem Getränk gemeinsam ausklingen zu lassen.

Wir bitten darum, dass die Gruppen, die den Kerner (oder das Teehäuschen) regelmäßig nutzen, mindestens eine*n Vertreter*in zum Workshop entsenden.

Auf der Tagesordnung stehen u.a.:

1)      Informationen zum Stand der Kernerentwicklung

2)      Vorbesprechung der Internationalen Wochen gegen Rassismus (11.-24. März 2019)

3)      Infos zur Nutzung der Räumlichkeiten

4)      Besprechung und Vorstellung der Veranstaltungsplanung 

5)      Ideen und Anregungen

Wir bitten bis zum Freitag, den 16.11.18 um eine kurze Rückmeldung an kerner.marburg@ekkw.de, ob Ihr/Sie dabei sein könnt/können!

 

 

2. November 2018, 19 Uhr: „Wenn der Vorhang aufgeht, treffen sich zwei Kulturen“ – Theater „Halber Apfel“ in der Pfarrkirche

Der Verein Colloquium e.V. holt am 2. November die deutsch-türkische Theatergruppe „Halber Apfel“ mit dem Stück „Stefanie integriert die Öztürks in Bergheim“ nach Marburg. Los geht’s um 19 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Tickets sind zu 10 (ermäßigt 7) Euro im Tourismus Center und an der Abendkasse erhältlich.

Nach dem Theater gibt es im Kerner ein türkisch-deutsches Buffet mit Fingerfood und Getränken!

Weitere Infos zum „Halben Apfel“ hier

 

26. September 2018, 20 - 22 Uhr: Geflüchtete in Äthiopien. Vortrag und Diskussion mit Mulugeta Haiybano - Co-Veranstaltung mit dem Weltladen Marburg 

Zum Referenten: Mulugeta Haiybano leitet seit 2017 den Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) in Äthiopien. Er koordiniert Projekte, organisiert den Personaleinsatz, pflegt Beziehungen zu staatlichen Behörden und sorgt für schnelles Handeln, wenn es die Situation erfordert. 

Eintritt frei. Veranstaltungsort: Weltladen Marburg, Markt 7

Weitere Infos zur Veranstaltung finden Sie hier. 

 

16. September 2018, 14.30 - 18 Uhr: Benefizkonzert für den Schulaufbau in der Provinz Wardak in Afghanistan  

Veranstalter: Initiative Afghanisches Hilfswerk e.V. (IAH)

Der Schulaufbau hat begonnen und wird mit finanzieller Hilfe von TERRA TECH e.V. und dem BMZ in diesem Jahr noch fertiggestellt.Die IAH hat einen Eigenanteil für den Schulaufbau aufzubringen. Aus diesem Anlass führen wir das Benefizkonzert durch. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Einladung annehmen und wir Sie begrüßen dürfen. Speisen und Getränke aus Afghanistan und weitere Angebote stehen für Sie bereit.

 

 

15. September 2018, 19.30 Uhr - open end: Interkultureller Abend im Kerner im Rahmen des "5. Marburger Afrikanischer Begegnungstag" 

Veranstalter: Afrikanischer Studierendenverein Marburg e.V. (ASV e.V.) 

Der "Marburger Afrikanischer Begegnungstag" findet zum fünften Mal in Marburg statt. Ehemalige Afrikaner*innen die in Marburg gelebt haben und jetzt aus beruflichen oder familiären Gründen in anderen Städten leben, treffen die hier zurzeit lebenden Afrikaner*innen. Tagsüber gibt es verschiedene Sportveranstaltungen im Universitätsstadion mit Fußball- und Volleyball-Turnier, Kinderprogramm etc. Alle interessierten, sportbegeisterten Marburger*innen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. 

Der Tag endet mit einem bunten, interkulturellen Fest im Kerner mit Info-Workshops, internationalem Buffet, Live-Musik und Tanzparty. Alle sind willkommen! 

Kontakt und Info: matismarburg18@remove-this.yahoo.com 

  

 1. September 2018, 15 Uhr: Marburger Friedensforum auf dem Lutherischen Kirchhof 

 

 

Kundgebung: "Menschenrechte erhalten! Für Asyl - gegen Politische Verrohung", 16. Juli 2018, Marktplatz Marburg 

Die Initiative "200 nach Marburg" und das Kerner-Netzwerk rufen zu einer Kundgebung gegen die aktuelle Asylpolitik in Berlin und in unserer Republik insgesamt auf. Diese Kundgebung steht unter dem Motto: "Menschenrechte erhalten! Für Asyl - gegen politische Verrohung" 
Sie richtet sich gegen die unserer Meinung nach grundgesetzwidrige und unmenschliche Debatte und Politik zu diesem Thema in unserem Land.
Wir fordern Solidarität in Europa, Solidarität mit Geflüchteten. 

Es gibt immer noch eine große Anzahl von Menschen, bei denen diese Solidarität spürbar und fest verankert ist, die sich nicht mitziehen lassen von einer Politik menschenverachtender Hetze, die zurzeit über sehr viele Medien die Stimmung in unserem Land bestimmt. 
Anstatt um diese vielen Menschen weiter zu ringen, lassen sich Politiker*innen vor einer AfD hertreiben und verschaffen somit nationalistischer und rassistischer Hetze immer mehr Gehör. Hier wollen wir nicht nur mit Entsetzen zuschauen. Stattdessen stellen wir uns dieser fatalen politischen Entwicklung in den Weg. (…. und wir tun das nicht zum ersten Mal.)
Die Initiative „200 nach Marburg“ setzt sich schon seit 2016 mit Unterstützung des Marburger Stadtparlaments dafür ein, dass 200 Geflüchtete aus den Lagern der griechischen Inseln nach Marburg geholt werden. Bisher scheiterte die Umsetzung der Forderung an bürokratischen Hürden. Kommunen, die sich bereit erklären, zusätzliche Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, sind bei der Bundesregierung nicht willkommen. Auch die Landesregierung zeigte hier leider stets Zurückhaltung und wurde nicht aktiv.
Vor wenigen Tagen, am 4. Juli forderten wir in einem Schreiben den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier auf, sich für dieses humanitäre Anliegen einzusetzen. Denn wir haben mit Interesse zur Kenntnis genommen, wie dieser sich im Streit innerhalb der CDU-CSU-Fraktion und innerhalb der Bundesregierung über den Umgang mit Flüchtlingen für eine sachliche Analyse einsetzte. Damit das nicht nur Worte bleiben, sollte Herr Bouffier die demokratisch gefassten Beschlüsse einer hessischen Stadt unterstützen und die Aufnahme von Frauen, Kindern und Männern erleichtern, die sich seit über zwei Jahren in hoffnungsloser Situation z.B. im Lager Moria auf Lesbos befinden. 
Dabei geht es nicht nur um die Solidarität gegenüber Flüchtlingen. Es geht auch um die Rettung unserer Werte. 
Die Kundgebung findet statt am Mo, 16. Juli um 17 Uhr am oberen Marktplatz. 

Unterstützer*innen derInitiative sind bisher: Seebrücke Marburg, DGB-KV-MR-Bied., GEW Marburg, Weltladen Marburg e.V., Naturfreunde e.V., Attac Marburg, Humanistische Union e.V., sowie über 300 Einzelpersonen.

Weitere Infos: hier 


Veranstaltungsreihe „Blicke aus dem Süden: Ankommen in einem fremden Land“

Veranstaltungreihe: Blicke aus dem Süden: Ankommen in einem fremden Land“
Imbuto e.V. und Colloquium e.V. laden herzlich ein

Viele Menschen sind in den letzten drei Jahren nach Deutschland gekommen, geflüchtet vor Krieg, Verfolgung und Not. Hier erhoffen sie, ihre Zukunft zu gestalten. Aber vieles ist ihnen fremd: Sprache, Kultur, Arbeitsmarkt, Verwaltung, politisches System. Von den Einheimischen werden sie oft als fremd erfahren. Wie sehen geflüchtete Personen ihre Situation, welche Erfahrungen haben sie gemacht, was wünschen sie sich und - was können wir voneinander lernen?

Wir möchten viele Stimmen hören und laden Neuankömmlinge aller Nationen, ehrenamtlich Aktive, Schüler*innen und Studierende, Mitarbeitende der Verwaltung, der Kirchen, der Wirtschaft sowie von Schulen ein.

*Donnerstag, den 19. April 2018, 19-21 Uh:* *Gespräche mit geflüchteten Männern über ihr Leben, ihre Wünsche und Hoffnungen in Deutschland.*

*Donnerstag, den 17. Mai 2018, 19-21 Uhr:* *Gespräche mit geflüchteten Frauen über ihr Leben, ihre Wünsche und Hoffnungen in Deutschland.*

*Samstag, den 23.06.2018: 19 Uhr: „Das Recht auf Streben nach Glück“ - Ubuntu Passion Art*

Die sechs Künstler*innen von Ubuntu Passion Art möchten in einer Gesellschaft leben, in der Empathie und Sympathie empfunden werden gegenüber Menschen, die über schwierige Wege zu uns gefunden haben, um hier ihr Glück zu finden. Dafür braucht es Verständnis für die Situation der Neuankömmlinge. Ubuntu (Menschsein) möchte in einer Gesellschaft leben, der Menschlichkeit wichtiger ist als der „Schutz“ von Grenzen – ein spannendes und interaktives Projekt mit Lesungen und Performance. Für das leibliche Wohl gibt es feine Spezialitäten aus Eritrea!

*Alle Veranstaltungen: Interkulturelles Begegnungszentrum Kerner, Lutherischer Kirchhof 1 - 35037 Marburg*


Ergänzungsveranstaltung zu 3-Tage Marburg am Samstag, 07.07.2018 auf dem Kirchhof

Parallel zu 3-Tage Marburg wird es am 7. Juli ein Begegnungsfest auf dem Kirchplatz vor dem Kerner geben. Die Café-Gruppe sorgt fürs leibliche Wohl und wir planen, eine Bühne für Darbietungen jeglicher Art aufzubauen. Daneben wird es einen „Langen Tisch“/Potluck geben, zu dem jede*r eine beliebige Speise besteuern kann, die dann mit allen geteilt wird. Von der Tüte Brötchen über Salat und Kuchen ist alles möglich. Am langen Tisch kann sich dann getroffen, ausgetauscht, gegessen und geratscht werden. Mitmachen können Einzelpersonen, Organisationen, Vereine und Initiativen.
Weiteren Ideen für die Veranstaltung sind erst mal keine Grenzen gesetzt: Info-Tische, Tanz- und Musikdarbietungen, Kurzvorträge….wir freuen uns auf Ihre/Eure vielfältigen Beiträge!  

Wer sich dafür interessiert an der Veranstaltung mitzuwirken, wendet sich bitte direkt an Michael Bolze, der die Veranstaltung vorbereitet und das Programm koordiniert: michael.bolze@remove-this.online.de

Spendenkonten

Spenden unter dem Stichwort „Luth. Pfarrkirchengemeinde“ an das Kirchenkreisamt Kirchhain-Marburg.

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Kontakt

Gemeindebüro
Lutherischer Kirchhof 1
35037 Marburg
Telefon: (06421) 34 00 696

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