Ausstellung zur Hexenverfolgung

Acrylmalerei von Mirjam Gzara-Ajaga: 03. Januar bis zum 12. Februar in der Pfarrkirche

Im Jahr 2020 fand in Marburg ein Jahr zum Thema Hexenverfolgung statt. In diesem Zusammenhang ist auch eine Ausstellung mit Kohlezeichnungen und Acrylmalerei von Mirjam Gzara-Ajaga entstanden, die vom 03. Januar bis zum 12. Februar in der Pfarrkirche zu besuchen ist.

 

Angst

Hass

Qual

Hexenverfolgung

Eigentlich  sollten im Jahr 2020 Ausstellungen und Vorträge zum Thema „Hexenverfolgung“ stattfinden. Durch die Corona-Pandemie wurde dies leider vereitelt.

Ich stelle darum meine Gedanken zu dieser Ausstellung im Folgenden in schriftlicher, verkürzter Form vor.

Ein Jahr lang habe ich mich mit dem Thema Hexenverfolgung beschäftigt. Dabei ist folgendes deutlich geworden:

Es gibt nicht nur Täter und Opfer. So einfach ist es nicht. Vielmehr lebten die Menschen in der Renaissance-Zeit unter großem Druck. Sie waren voller Ängste, denn  es gab korrupte und autoritäre Regime,  man war Naturkatastrophen, Missernten, Krankheiten und Seuchen hilflos ausgeliefert. Es herrschte der Glaube, dies alles bewirke der Teufel, dessen Helfer die Hexen und auch einzelne Hexer seien.

Folglich war es wichtig zum Wohle aller die Hexen zu bekämpfen, um dem Bösen, dem Teufel keine Chance zu geben.

Verdächtige Personen sollten dem Gericht angezeigt werden und wurden dann befragt, gefoltert und monatelang ohne Gerichtsprozess inhaftiert, bis sie meist für schuldig befunden wurden oder sich unter der Folter schließlich für schuldig erklärt hatten und meist zum Tode verurteilt wurden.

Glaube und Aberglaube spielten im Alltagsleben eine große Rolle und beeinflussten das Verhalten der verunsicherten Menschen, die von ihrer eigenen Angst getrieben, als Opfer der unerträglichen Umstände und der Gefahren, in denen viele lebten, zu Tätern wurden.

Dies schafft Raum für Missgunst, Neid und Hass und Willkür und führt dazu, dass unliebsame NachbarInnen als Verdächtig denunziert und ausgeliefert und dass Inhaftierte, Wehrlose als Opfer von Macht- und Sadismusgefühlen zusätzlich gequält werden können.

 Unter der  Folter wurden die Verdächtigten dazu gezwungen andere zu denunzieren und so potenzierte sich die Zahl der verurteilten, gequälten Frauen. 

Angst – Hass – Qual, diese Trias stellte sich für mich als Leitmotiv, als Quintessenz meiner Auseinandersetzung mit dem Thema der Hexenverfolgung dar. Ich habe versucht mich in die Affekte der damaligen Menschen hineinzuversetzen und aus diesen Gefühlen heraus sind die Bilder entstanden.

Mir ist auch die Parallelität zu jüngeren Zeitepochen – bis zur heutigen Zeit – deutlich geworden. In mehr oder weniger ausgeprägter Form sind sie vorhanden. Sie gehören zur Natur, zur Psyche des Menschen. C. G. Jung hat dies in der Lehre von den Archetypen dargestellt. Frau Therre-Staal hat es in ihrem Vortrag (der leider aus Gründen der Corona-Regeln z.Zt.  nicht gehalten werden kann) und in ihren Schriften ausführlich vertieft und  beschrieben.

Meines Erachtens ist eine der größten Errungenschaften der Zivilisation, dass  diese Affekte kontrolliert und sublimiert werden können, wenn ein individuelles Gewissen bewahrt werden kann.

 

Dr. Mirjam Gzara

Marburg

 

 

 

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