Sondersynode: „Wir dürfen uns nicht an den Krieg gewöhnen“ - Wort der Landessynode der EKKW zum Krieg in der Ukraine

Tief erschüttert vom Krieg in der Ukraine zeigt sich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) bei ihrer heutigen Sondertagung. Sie richtet sich in einem "Wort" an die Kirchengemeinden der Landeskirche und bittet sie, "im persönlichen Gebet um Frieden für die Ukraine nicht nachzulassen". Sie regt an, dass die Kirchengemeinden vor Ort ökumenische Friedensgebete organisieren und dazu einladen sollten. Die Sorgen und Ängste von Menschen, besonders ukrainischer oder russischer Herkunft, sollten ernst genommen und das Gespräch miteinander gefördert werden. All denjenigen, die "den Krieg zum Anlass nehmen, Vorurteile und Hass zu schüren und wieder in alte Freund-Feind-Muster zurückzufallen", müsse entschieden widersprochen werden.

Mit Blick auf die Menschen in Russland ermuntert die Synode dazu, partnerschaftliche Verbindungen von Kirchengemeinden und Kommunen zu nutzen, um beharrlich für den Frieden zu werben. Ebenfalls dürfe man die Menschen in Russland nicht vergessen, die sich gegen den Krieg auflehnen oder Opfer dieses Krieges geworden sind.

Aber auch konkrete und praktische Hilfeleistungen seien gefragt. So bittet die Landessynode ihre Gemeindeglieder, Hilfsorganisationen durch Spenden zu unterstützen und staatlichen Stellen bei der organisierten Hilfe bei Aufnahme und Unterbringung geflüchteter Menschen zu helfen. Es sei zu prüfen, ob dies auch in Gemeindehäusern und anderen kirchlichen Immobilien geschehen könne.

Das Wort der Landessynode zum Krieg in der Ukraine an die Gemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Wortlaut:

Das Leid, das der Krieg in der Ukraine über so viele Menschen bringt, berührt und erschüttert uns tief. Wir suchen Halt in der Kraft Gottes, die auch im Leid und in der Ohnmacht trägt.

Wir bitten unsere Gemeinden,

  • im persönlichen Gebet um Frieden für die Ukraine nicht nachzulassen,
  • in ökumenischer Vielfalt und über Religionsgrenzen hinweg öffentliche Friedensgebete zu organisieren und gemeinsam dazu einzuladen,
  • Sorgen und Ängste von Menschen unterschiedlicher Herkunft in unserem Land wahrzunehmen – besonders von Menschen aus der Ukraine und Russland - und das Gespräch miteinander zu fördern,
  • die partnerschaftlichen Verbindungen von Kirchengemeinden und Kommunen nach Russland nicht abreißen zu lassen, sondern zu nutzen, um beharrlich für den Frieden zu werben, auch die Menschen in Russland nicht zu vergessen, die sich gegen den Krieg auflehnen oder Opfer dieses Krieges geworden sind,
  • dem Sog zu widerstehen, der den Krieg zum Anlass nimmt, Vorurteile und Hass zu schüren und wieder in alte Freund-Feind-Muster zurückzufallen,
  • für die zu beten, die weiterhin auf Deeskalation, Verhandlungen und gewaltfreie Lösungen setzen,
  • Hilfsorganisationen durch Spenden zu unterstützen und staatlichen Stellen bei der organisierten Hilfe bei Aufnahme und Unterbringung geflüchteter Menschen zu helfen (z.B. auch in Gemeindehäusern und anderen kirchlichen Immobilien).

Wir sind dankbar für alle, die sich in den Medien um sorgfältige und differenzierte Berichterstattung bemühen.

Wir danken für den Brief der Bischöfin an die Geschwister in der Ukraine und in Russland und für weitere deutliche Worte und Zeichen, die ermutigt und gestärkt haben.

Wir danken für die beeindruckende Anteilnahme und Solidarität in unseren Gemeinden und in unserer Gesellschaft – trotz aller Erschöpfung und Vereinzelung in Zeiten der Pandemie.

Um Gottes und der Menschen willen wollen und dürfen wir uns nicht an den Krieg gewöhnen: "Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15)

Spendenkonten

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