Zum Nachlesen: Andacht zum 1. Sonntag nach Epiphanias

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8,14)

Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da ist und der da war und der da kommt. Amen. 

Liebe Zuhörende, 

„Jeder Mensch hat etwas, was ihn antreibt“ – so hieß es vor Jahren in der Werbung einer großen deutschen Bankengruppe. Natürlich spielte die Bankengruppe auf die damals noch passable Rendite an. Aber es ist ja nicht nur der Gewinn, der Menschen im Leben antreibt, der Menschen morgens aufstehen, zur Arbeit gehen, Freizeit gestalten lässt. Antriebe im Leben können auch der Partner oder die Kinder, die Karriere oder ein wissenschaftliches oder berufliches Ziel, die eigenen vier Wände oder eine Weltreise sein. Oft genug aber sind die Antriebe im Leben gar nicht selbst gewählt, sondern von außen gesetzt und wir werden von Pflichtgefühl, Prüfungen, Arbeitssoll, Gruppenzwang, Selbsterhaltung  oder der Angst etwas zu verpassen und zu kurz zu kommen getrieben.  

 

Ja „jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“, das ihn in Bewegung setzt, sein Leben leben lässt, bewusst oder unbewusst, selbst gewählt oder fremd bestimmt – aber nicht jeder Antrieb treibt auch, führt auch zu etwas Gutem. Oft genug treiben uns Antriebe auch in Sackgassen, machen uns zu Getriebenen, Treibenden. Wenn man nur noch auf den Gewinn schaut, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. Wenn man nur noch für die Kinder und den Partner lebt, kommt man selbst zu kurz. Wenn man sich nur noch von Prüfungen und Arbeit leiten lässt, geht irgendwann gar nichts mehr. Wenn man sich nur noch von der Mehrheit leiten lässt, geht die Wahrheit verloren. Wenn man nur noch die Angst regieren lässt, wird das Leben dunkel.  

 

Wie gut tut da der Wochenspruch der kommenden Woche aus dem Römerbrief des Apostels Paulus, in dem es heißt: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8,14). Es gibt noch einen anderen Antrieb im Leben und das ist der Geist Gottes und es gibt noch einen anderen Trieb des Lebens und das ist die Gotteskindschaft. Der Geist Gottes ist nicht der Geist des Profits, der Geist des Egoismus, der Geist der Mehrheit, der Geist des Geistigen, der Geist der Furcht sondern Gottes Geist ist der Geist der Liebe, der Geist der Kraft und der Geist der Besonnenheit. Gottes Geist sagt uns zu: Du bist von Gott wertgeachtet, du bist ihm kostbar, du bist was und du hast was und du bist nicht erst etwas, wenn du dies und das getan hast. Du bist was und du hast was und jetzt lebe das einfach, lass meine Liebe in dir und durch dich wirken, lass meine Energie durch dich fließen und etwas in Bewegung setzen.

 

 „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“. Wer offen für Gottes Energie und Liebe ist uns sie sich schenken lässt, der wird bewegt und belebt, der freut sich über alles, was Leben so bietet und macht das Beste daraus, der wird kreativ und phantasievoll, der verbindet und verbündet Menschen, schafft Frieden und Gerechtigkeit, fängt mit dem Reich Gottes an. „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder“ – natürlich sind wir alle Kinder Gottes, insofern als wir alle von ihm geschaffen sind zum Bilde Gottes, aber durch Gottes Geist schaffen wir aus den Kindern Gottes eine Gemeinschaft, die jedem, Gott, den anderen und auch mir selber gut tut und bei dem keiner hinten runter fällt sondern ins rechte Licht gerückt wird. 

 

Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft, erfülle eure Herzen und Sinn in Christus Jesus. Amen. 

 

 

 

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